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UCI Gravel World Series Berja

Bilder copyright und zur Verfügung gestellt von Sportograf.com

Am letzten Sonntag fand das erste Gravel Weltcuprennen in 2023 statt. Südspanien sollte es werden. Zuerst hatten Amelie (meine Teamkollegin und ich) das Rennen aus Kosten- und Aufwandgründen auslassen wollen, als Karsten jedoch seinerseits einen einwöchigen Ferien- und Roadtrip ankündigte und meinte er wölle dies gerne mit dem Rennen verbinden, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme! Die Rennstrecke und Gegend reizte mich eben schon sehr!!! Amelie und ich wollten jedoch keine Urlaubstage dafür aufwenden, denn diese sind bereits an anderen Rennen eingeplant und so entschlossen wir uns am Freitagnachmittag mit Zug, Flugzeug und Handgepäck nachzukommen, wo uns dann Karsten mit unseren Rädern empfing. Am Samstag ging nach einiger Mobilisation zum Streckencheck! Am Sonntag viel dann um 8:30 uhr der Startschuss zu den 97km/2500hm)

 

Bis km 57 lief soweit alles nach Plan. Ich war als 2. mit sehr gutem Vorsprung am höchsten Punkt der Strecke. Da es nur 1 Mal bergauf ging - von km 0 bis km 55 mit 4km Abfahrt dawzischen, war das sehr solide. Und lief nach Plan. In der Abfahrt fühlte ich mich okay, hätte vermutlich noch viel defensiver fahren sollen mit dem Vorsprung und nochmals mehr Konzentration aufbringen. So kam ich um eine Kurve, musste einem Crash ausweichen und fuhr frontal in einen hervorschauenden Stein, was auf der Abfahrt keine Seltenheit war 😉 Pff, Vorderreifen aufgeschlitzt, Luft raus, und Bremse defekt. Ich landete auf den Beinen, machte mir nichts. Immer wieder hielt ich an, setzte einen neuen plug-in, welcher jedoch immer wieder herausrutschte - zu gross war der Schlitz. Einige Kilometer fuhr ich auf meinen ptn's (Gummiringe im Laufrad zum Schonen der Felge und als Durchschlagschutz), entschied dann aber, dass das irgendwann zu halsbrecherisch war für die restlichen 1700 Tiefenmetern. Und so klebte ich meinen Reifen von innen, setzte einen Schlauch ein und fuhr mit defekten Bremsen wie auf rohen Eiern KO ins Ziel 😉😅. That's it.

 

Es war zwischenzeitlich mental sicherlich nicht einfach fokussiert zu bleiben, zu entscheiden was nun der richtige Zug wäre, aber schliesslich ist es so gewesen und ich konnte nur nach vorne sehen. Trotz sehr viel Zeit die ich verloren hatte schaffte ich es in der AK dennoch aufs Podium und mit einem Overall 6. Rang, sowie einem guten Renngefühl und jede Menge erneute Erfahrungen freue ich mich auf die kommenden Chancen!

 

Nach dem Rennen ging es dann direkt ans zweite Rennen. 1840km in unserem Wohnmobil zu dritt in 20h (inkl. Pausen und Verkehr) sind keine schlechte Ausbeute ;) 

 

Karsten fuhr ebenfalls ein sehr solides Rennen und kämpfte sich ebenfalls mit einem Reifen- und Felgendefekt ins Ziel und Amelie tat dies ebenfalls! Super, super gut! Ich bin stolz auf uns drei. Wenig Akklimatisierung, Schlaf, Streckenkenntnis, Material - im Querschnitt haben wir ein top Rennen geliefert!

Anbei ein paar unprofessionellere Eindrücke von uns: